Jost Kobusch zieht es wieder nach Nepal

Bergsteiger aus Borgholzhausen will vor Ort wertvolle Hilfe leisten

Borgholzhausen, 22. Mai 2015. Die Schneelawine im Camp unterhalb des Mount Everest hat er unbeschadet überstanden, die Medienlawine danach professionell gemeistert. Das Video von Jost Kobusch, das zeigt, wie die Schneewalze über sein Zelt hinwegfegt, ist weltweit seit dem 25. April fast 22,3 Millionen Mal geklickt worden. Jetzt will er zurück nach Nepal, um vor Ort zu helfen. Im Gespräch mit Klaus-Peter Schillig vom WESTFALEN BLATT erzählt Jost Kobusch seine Ziele. Hier der Text in Auszügen:

Verdient hat er mit seinem Youtube-Video allerdings nichts. Es sei zu oft als »unangemessener Inhalt« gemeldet worden, erzählt Jost Kobusch: Er habe während der Lawine zu
oft Schimpfwörter gerufen. Die ungeplante Popularität hilft ihm aber nicht nur, seine Leidenschaft Bergsteigen zu finanzieren, sondern auch dabei, den Menschen in Nepal zu helfen. Schon
kommenden Dienstag steigt er wieder ins Flugzeug, will unter anderem vor Ort das Waisenhaus unterstützen, für das sein ehemaliger Lehrer Ulrich Fälker aus Halle und auch das WESTFALEN-BLATT zu Spenden aufgerufen haben. Die Einrichtung des Vereins PAORC in einem Vorort von Kathmandu war durch das erste Erdbeben fast völlig zerstört worden, die mehr als 40 Kinder mussten in Zelte auf einem nahen Sportplatz umziehen.

»Ich will vor allem bei Projekten helfen, die von Deutschland aus direkt unterstützt werden«, sagt Jost Kobusch. Da wisse er, dass Spendengelder direkt ankommen. Und er will die immensen Schäden in den Dörfern fotografisch dokumentieren,nimmt dafür eigens eine Drohne mit nach Nepal. Die Bilder will er dann Hilfsorganisationen zur Verfügung stellen. »Damit Nepal immer wieder in Erinnerung gerufen wird.« Für die Finanzierung seiner nächsten Projekte, eventuell die Winterbesteigung des Aconcagua (6962 Meter), hilft die aktuelle Popularität natürlich. Neben Sponsoring in Material und Geld muss sich Jost Kobusch seine aufwändigen Expeditionen nämlich selbst erarbeiten. Mit Vorträgen beispielsweise oder als sachkundiger Führer – im nächsten Sommer in der Arktis beispielsweise. Und dazwischen findet er sogar noch Zeit für soziale Projekte: Gleich Anfang Juni, nach der Rückkehr aus Nepal, geht es weiter nach Kirgistan, um der dortigen Bergregion touristisch auf die Beine zu helfen. (Quelle: Westfalen Blatt)